Sauerteig selber machen

Spoiler: Es riecht komisch, blubbert mysteriös – und doch wirst du es lieben.

Sauerteig ist wie ein Tamagotchi aus Mehl und Wasser: Wenn du es richtig fütterst, lebt es ewig. Wenn du’s vergisst, stirbt es beleidigt. Aber keine Sorge – ich zeige dir, wie du dein eigenes, treu blubberndes Sauerteig-Baby zum Leben erweckst.

Was du brauchst (außer Geduld )

  • Mehl: Am besten Vollkornroggen oder Weizenmehl, Typ 1050.
  • Wasser: Lauwarm und bitte ohne Chlor (Leitungswasser ist meist okay).
  • Ein Glas mit Deckel: Kein Schraubverschluss, sonst platzt dir das Ding bei Überdruck. Fassungsvermögen 1 Liter
  • Ein Löffel: Zum Rühren, nicht zum Naschen.

Tag 1: Der Anfang einer blubbernden Freundschaft

Mische 50 g Mehl mit 50 ml Wasser in deinem Glas. Rühre, bis sich alles gut verbunden hat. Decke das Glas locker ab (z. B. mit einem Küchentuch) und stelle es an einen warmen Ort (22–26 °C). Ich wickle ihn in eine Wolldecke.

Jetzt passiert: nichts. Aber das ist normal. Gärung ist kein Sprint, sondern ein langsamer, geruchsintensiver Marathon.

Tag 2– hier passiert nix.

Wieder 50 g Mehl und 50 ml Wasser zugeben. Umrühren und warm stellen.

Tag 3: Der Moment, in dem es zu leben beginnt 🫧

Nach etwa 24 Stunden sollten kleine Bläschen sichtbar sein – dein Teig atmet! 🎉

  • Rühre ihn einmal um und füttere ihn mit:
    • 50 g Mehl
    • 50 ml Wasser

Wenn er riecht wie „Bier trifft Joghurt trifft Käsestulle“ – perfekt.

Tag 4: Dein Sauerteig wird Teenager

Jetzt ist dein Starter hungrig, launisch und will Aufmerksamkeit. Wieder:

  • 50 g Mehl
  • 50 ml Wasser

Tag 5: Dein Sauerteig ist backbereit!

Ein Teil kann sofort zum backen verwendet werden. Vom Rest werden 30 Gramm in ein sauberes Schraubglas abgefüllt und im Kühlschrank gelagert. Dieser Teil kann sich nicht wirklich auf einen Namen einigen. Man kennt ihn als Anstellgut, Grundsauer oder Anstellsauer.

Bonus-Tipp: So hältst du ihn am Leben 💚

  • Im Kühlschrank aufbewahren, wenn du ihn nicht brauchst.
  • Einmal pro Woche füttern (50/50 Mehl & Wasser).
  • Wenn du ihn länger vergisst: Ein paar Fütterungen, und er ist wieder quicklebendig.

Sauerteig verzeiht viel – er ist der Kaktus unter den Lebensmitteln.

Und jetzt? Ab in den Ofen! 🔥

Mit deinem Starter kannst du nun Brot, Brötchen, Pizza oder Pfannkuchen backen, die nicht nur schmecken, sondern auch dein Ego aufblasen wie Hefeblasen.

Und falls jemand fragt, was das für ein Glas im Kühlschrank ist – sag einfach:

„Das ist Karl-Heinz. Mein Sauerteig. Wir wohnen zusammen.“

Fazit

Sauerteig ist Wissenschaft, Kunst und ein bisschen Magie. Aber vor allem: Es ist dein eigenes kleines Wunder aus Mehl und Geduld.


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